Entschuldigung nach Jahren

Vor ein Paar Wochen habe ich von einer Mutter eine Anfrage zur Kommunikation mit einem Hund bekommen, der vor 2 Jahren ihre kleine (damals noch im Vorschulalter) Tochter gebissen hat. Sie wollte einfach nur wissen, warum er es getan hat.

Beschreibung damaliger Situation: Sommer, Gartenparty mit Erwachsenen und Kindern und ein Hund der Akita Inu Rasse… Alleine die Rasse selbst hat oft eine komplizierte Natur und ist wie eine ungesicherte Waffe. Dazu noch die Somerhitze, Lärm und Kinder…

Ehrlich gesagt, ich habe einen unfreundlichen, beleidigten und geärgerten Hund erwartet, der mir sagt, dass er sich damals doch nur gewehrt hat. Aber das, was ich gesehen habe, war überraschend anders.

Der Hund hat mir ganz willig die damalige Situation gezeigt. Er sagte mir, wie aufgeregt er damals war, wie es ihm alles zu viel war und auf die Nerven ging. Zu viele Leute, zu warm, zu viel Lärm, das ganze sah nicht nach einem ruhigen und entspannten Nachmittag aus, wie er sich es gewünscht hätte… Und dann ist es passiert. Die kleine ist an ihm viel zu nah vorbei gerannt, was für ihn schon zu viel war und wie er mir sagte: „… sie rannte volle Kanne auf mich zu und ich wusste nicht, was ich tun soll, so hab ich mich gewehrt. Erst nachdem es passiert ist, habe ich begriffen, dass es unnötig war. Es tut mir sehr Leid, dass ich nun der Böse bin. Ich wollte sie nicht verletzen. Ich möchte mich dafür entschuldigen. Es tut mir wirklich sehr Leid und ich hoffe, dass sie mir es verzeihen können.“ Seine Worte waren ehrlich und innig. Ich hoffe sehr, dass die Mutter und ihre Tochter dem Hund verzeihen können. Es hat keinen Sinn, die Sache lebenslang mitzuschleppen. Ich hoffe auch, dass die Kleine es verarbeitet hat und hat sich deswegen nicht vor allen Hunden geschlossen.

Foto: Hrihorii Sheldunov on Unsplash