Liebe Freunde, heute möchte ich mit euch meine Erfahrungen und Sorgen von meinem Privatleben teilen.
Im Oktober wurde bei unserem Hund Diabetes diagnostiziert.
Beny ist 11 Jahre alt, was meiner Meinung nach für einen kleinen Hundemischling noch relativ wenig ist.
Futterumstellung zu einer Dia-Diät war zum Glück problemlos, ohne Durchfall oder anderen Nebenwirkungen. Die Bisquits komplett auszulassen war aber viel schlimmer. Der arme Hund versteht es immer noch nicht, dass es keine Strafe ist. Aber Beny hat im Folge dieser Änderung sehr abgenommen.
Im Laufe von einem Monat ist er um seine ganzen 11 Jahre älter geworden und hat 5kg abgenommen, was für einen ursprünglich 15kg wiegenden Hund recht zu viel und zu schnell ist. Er ist nun ganz dünn, obwohl er genug Futter 2-mal am Tag bekommt.
Ich sehe, dass er es ganz locker nimmt und immer noch leben will. Obwohl er fast am Rande seiner Kraft ist, müde und manchmal wie mit angezogenen Handbremse geht…
Aber… Und hier fängt mein Problem an. Wenn es um meine eigenen Tiere geht, verliere ich den gesunden Verstand, ich höre auf mir und meiner Kraft und Fähigkeit zu vertrauen und gerate oft in Panik und Verzweiflung. Habe Angst und mach mir ungesunde Vorwürfe.
Mache ich genug für ihn? Kann ich etwas doch noch besser machen? Mehr? Anders und efektiver? Konnte man es irgendwie vermeiden? Etwas früher tun? Alle diese Fragen und noch viel mehr dreht sich in meinem Kopf immer, wenn ich ihn ansehe.
Und dann gibt es noch eines… Die Vorbereitung darauf, dass er uns bald verlassen wird. Es steht nun fest, dass es viel früher kommt, als wir je gedacht und gehofft haben.
Ich lasse nicht zu, dass er leidet. Sobald ich sehe, dass er leidet, beenden wir es. Er weiß es, ich weiß es. Wir haben es so ausgemacht. Ich ertrage kein Leiden.
Natürlich habe ich ihn gefragt, was er dazu hält. Über dem Sterben möchte er noch gar nichts hören. Ich habe meine Helferin auf der anderen Seite kontaktiert. Sie meinte, es sei noch nicht so weit und wir sollen die letzten Weilen zusammen genießen.
Also, obwohl es mir sehr Weh und Leid tut, ihn in diesem Zustand zu sehen, wir werden uns auf das Schöne konzentrieren und auf das Gute, was uns noch bleibt. Darauf, dass jeden Tag die Sonne scheint. Mit großer Dankbarkeit und Demut beenden wir jeden weiteren Tag, wenn wir schlafen gehen.
Solange er noch kämpfen will, kämpfen wir auch. Aber wenn die Zeit kommt, müssen wir uns verabschieden.
Ich hoffe, dass wir Weihnachten noch zusammen verbringen können, aber nicht um jeden Preis.
Ilustrationsbild: Ryan Stone on Unsplash
Original geschrieben am 27.11.2022
